Wie eine amerikanische Studie zeigt, ist passives und aktives Rauchen bei Kindern und Heranwachsenden signifikant und dosisabhängig mit überdurchschnittlich hohen Blutdruckwerten assoziiert.

An den Folgen von Tabakkonsum versterben weltweit mehr Menschen als durch Alkoholmissbrauch oder Verkehrsunfälle. Dazu zählen auch 1,2 Millionen Passivraucher, die durch die Exposition von Tabakrauch schwere Folgeerkrankungen entwickeln.

Das Team um Dr. Rebecca Levy (Montefiore Medical Center in New York, (JAMA Netw Open 2021; online 23. Februar) untersuchte in einer Querschnittsstudie, in der die Daten von mehr als 8.500 Kindern und Jugendlichen im Alter von acht bis 19 Jahren einbezogen wurden, wie sich eine frühe Exposition von Tabakrauch auf die Blutdruckwerte und auf Risiko für Folgeerkrankungen auswirkt. Die Teilnehmer waren im Schnitt 13 Jahre alt und 51 Prozent waren männlich.

Als Tabakexposition wurde das Zusammenleben mit einem Raucher, aktiver eigener Tabakkonsum sowie ein Cotinin-Serumspiegel über 0,05µg (Nikotinmetabolit) gewertet. Als erhöht wurden die Blutdruckwerte definiert, wenn sie - entsprechend den Richtlinien der US-amerikanischen Akademie für Pädiatrie - über dem 90. Perzentil des für Alter, Geschlecht und Körpergröße typischen Blutdrucks lagen.

Es zeigte sich, dass das Risiko bei jeder Art von Tabakexposition gegenüber Gleichaltrigen, die keinem Rauch ausgesetzt waren, signifikant um 31 Prozent erhöht war. Die Ergebnisse waren dosisabhängig, blieben über alle Subgruppen konsistent und über mehrere Sensitivitätsanalysen signifikant.

Mögliche Störfaktoren wie Body-Mass-Index oder demografische Merkmale wurden berücksichtigt
Da erhöhter Blutdruck in der Kindheit zu Bluthochdruck im Erwachsenenalter führen kann und damit das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen vergrößert, plädieren Dr. Levy und ihre Kollegen für weitere Forschung, um das Bluthochdruckrisiko bei jungen Patienten zu verringern.

Zudem müsse auch präventiv gehandelt werden. So verweisen die Forscher auf einen Bericht des US-amerikanischen Medizininstituts, der zeigt, dass eine Anhebung des gesetzlich vorgeschriebenen Mindestalters für den Kauf von Tabakerzeugnissen auf 21 Jahre bei jungen US-Amerikanern fast 250.000 vorzeitige Todesfälle und 4,2 Millionen verlorene Lebensjahre verhindern könnte.


KMS